Gronau-Hessen-Nassau
Kleine Geschichte(n) - von kleinen Leuten - in einem kleinen Dorf

Feuer und Flamme

Feuer und Flamme


Von Rainer Hoch


Beim Baden in der Nidder an der „Aa-Brück“ (Brücke zur Aue“) entdeckten wir beim Tauchen einstens eine schwere Fliegerbombe. Die Headline des Artikels im „Vilbeler Anzeiger“ lautete:

„Kinder fanden 10 – Zentner – Bombe“.


Wie die Angelegenheit damals weiterging ist mir entfallen. Allerdings hätte ich es mir behalten, wenn – wie es heute geschieht – das ganze Dorf evakuiert worden wäre, um den Sprengkörper zu entschärfen.

"Die Bombe sollte wohl bei einem Fliegerangriff die Nidderbrücke treffen, um feindliche Bewegungen in die, oder aus der Au zu verhindern!?
"



Quelle Google-Earth Bad Vilbel-Gronau 2004

(Anmerkung der Red.: Auf älteren Luftbildern erkennt man eine Spur von mehreren Bombentrichtern, die aus Richtung Dottenfelder Hof kommend auf die Aa-Brück zuläuft.)


In dem Bereich um die Brücke fanden wir flussauf und flußab im Sommer beim Baden, als geübte Taucher, jede Menge MG- und Gewehrmunition. Diese war anscheinend bei Kriegsende dort „entsorgt“ worden. Die existierende Gefahr, mit diesen Dingen umzugehen war uns Jungen damals nicht bewusst.

Jedenfalls ließen wir die gehortete Munition nach gemeinsamem Beschluß des „Kriegsrates“ erst mal trocknen. In geheimer Mission wurden dann „fachmännisch“ am Schraubstock in meines Vaters Glaserwerkstatt die Geschosse mittels Rohrzange von den Hülsen getrennt. Das Pulvergranulat aus den Geschosshülsen sammelten wir in einer hölzernen Zigarren-Kiste (Handelsgold Nr. 314, Marke meines Vaters !).

Die Messinghülsen selbst wurden vom Schrotthändler, der mit dem Bimmel – begleiteten Ruf: „Lumpe, alt Eise, Papier, Hasefell“, in unregelmäßigen Abständen durch das Dorf zog, mit Freude angenommen.