Gronau-Hessen-Nassau
Kleine Geschichte(n) - von kleinen Leuten - in einem kleinen Dorf

Bilderbogen Gronau heute

eine - teilweise kritische - Bestandsaufnahme

 

von Hansfried Münchberg

 Auch wenn viele Gronauer das nicht bemerken mögen, weil alltäglicher Anblick, der Ort Gronau hat durchaus eine schützenswerte Substanz, die teilweise heute noch erhalten ist und auch als schützenswert ausgewiesen ist.







Gronau Hauptstraße, historischer Kern


So weist das "Landesamt für Denkmalpflege Hessen",  die Gesamtanlage Gronau in der Liste der Kulturdenkmäler als schützenswert aus.


In der Liste der Kulturdenkmäler Bad Vilbel ist die Gesamtanlage wie folgt beschrieben:
"  In der Gesamtanlage sind historische Bauerngehöfte sowie Straßen- und Gassenräume zusammengefaßt, die den Kern des geschlossenen, einst umwehrten Dorfes Gronau ausmachen. Es wurde nicht insgesamt unter Denkmalschutz gestellt, weil Überformungen der historischen Gehöfte und vor allem auch Aufsiedlungen unmittelbar entlang des alten Dorfrandes das überkommene Ortsbild als Ganzes zu sehr beeinträchtigt haben. Die Grundform des Dorfes war oval, durchzogen von der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptstraße. Die Befestigung bestand im Westen aus einem Haingraben, dessen Verlauf durch Parzellengrenzen noch nachzuvollziehen ist. Im Osten bildeten Scheunen, kleinere Mauern und ein inzwischen verschütterter Bach den Abschluß zur dort fließenden Nidder. Die von der Hauptstraße abgehenden Gassen innerhalb der Ortschaft waren ursprünglich unregelmäßig geführte Stichwege, die spätestens an der Ortsbefestigung ihr Ende hatten. Das trifft auch auf die Backhausstraße zu, die einer nachträglichen Dorferweiterung zuzuordnen ist. In historischer Zeit war Gronau nur über die Hauptstraße zu verlassen, die nördlich über die Nidder weiter nach Rendel führte, südlich am Ortsausgang auf einen dem Nidder-Tal folgenden Weg stieß. An dieser Stelle fand ein erstes Wachstum über die früheren Dorfgrenzen hinaus statt. Die als Gesamtanlage denkmalgeschützten Gehöfte Gronaus haben historischen Zeugniswert. Sie gruppieren sich um den zentral gelegenen Kirchhof, auf dem ein barocker Saalbau als Nachfolger einer kleinen Kapelle des 16. Jahrhunderts steht. Im gegenwärtigen Ortsbild entziehen sich die großen Höfe, die den Anfang der Gronauer Ortsentwicklung prägten, der Wahrnehmung. Das ist auf nachträgliche Besitzteilungen wie im Falle des Frankfurter Hofgutes (Kirchstraße 2, 4 und 5) und des Pfarrhofes (Kirchstraße 1 und 3) oder auf Gebäudeabbruch zurückzuführen (Frankfurter Hospitalhof, Hauptstraße 3).

Vergleiche: https://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=4494&event=Query.Details

 




 






Gronauer Schätzchen                                                              .



Schöner Blick, von Rendel kommend



Abend an der Nidda, beim Gronauer Hof

  Bei meinem letzten Besuch in Gronau fielen mir viele Veränderungen auf, die das Dorf in den letzten Jahren erfahren hat.

Leider sind nicht alle diese "Verschönerungen" dem Ortsbild wirklich bekommen.

Ich fände es wichtig, im Zuge von Gebäudesanierungen 
oder "Entkernungen" etwas mehr Rücksicht auf das Erscheinungsbild, die Eigenarten des Hauses und des 
Dorfes zu nehmen .



Ein typisches Gronauer Haus,,  altes Pfarrhaus 


So einen schönen, barocken, filigranen, schmiedeeisernen 
Wetterhahn / Turm  (etwa 1750)
 hat nicht jede Kirche, 
aber die Gronauer Kirche hat so etwas.


Ein zum Glück bisher von äußeren Fassadensanierungen 
verschont gebliebenes Gebäude, auf der Vilbeler Straße 13
 


 Ein kleines, aber feines, Schmuckstück.
Der Eingang zum Wohnhaus der Familie Wenzel,
(Schreinerei), in der Kirchstraße
Es gehört zur "Keimzelle Gronaus", es entspricht in der Anlage in etwa dem alten "Frankfurter Hofgut" aus dem Jahre 1723
nicht glattgehauen, nicht glattgeputzt, 
deshalb sehr schön, als Ensemble von 
Haus, Werkstattgebäude und Hof !


Kirchstraße 2
Laut "Landesamt für Denkmalpflege Hessen"
Zweigeschossiges Fachwerkwohngebäude, Teil einer mehrseitigen Hofanlage; der um 1800 errichtete Bau begrenzt mit seiner östlichen Traufseite den Kirchhof. Die zur Kirchstraße gelegene Giebelseite ist holzverschindelt, während auf den übrigen Seiten ein konstruktives Fachwerk freiliegt. Der Eingang auf der zum Hof gelegenen Traufseite mit sehr schönem vorkragenden Vordach.


Das Schulhaus, glücklicherweise noch im alten Zustand,  unverputztes Backstein-Mauerwerk  -typische Gronauer Bauweise 
der Jahre um 1900.

 

Bedauerlicherweise ist der Zaun  um den Schulhof abgerissen, der gehörte zum Gesamtbild. Siehe unten. 
Wenig schön die gedankenlos hingestellten  Container für die Kleidersammlung  sowie die grauen, gräßlichen Kästen 
(vermutlich Post, Strom usw.)

   Schulhof mit Zaun ist schöner

  Das Gasthaus zur Rose, am Gronauer "Dalles"  einst 



  und heute

 


 

Die "Keimzelle Gronau`s, der Frankfurter Hospitalhof in der Hauptstraße. 
Eines der ältesten Gebäude des Ortes.

 

Der Hospitalhof von der Pfarrhaus-Seite gesehen

Eines der ältesten Gebäude Gronaus, sozusagen die Keimzelle.

rechts: Lageplan des Frankfur­ter Hofgutes in Gronau aus dem Jahre 1723 (Stadtarchiv Bad Vilbel)







 Die Gronauer Bäckerei mit Backhaus im Hof. 
 Lange Bäckerei Wenzel, heute "il sorriso"

  
Das Gronauer Wasserhäusi "Am Trinkbrunnen"



liebevoll renoviertes Fachwerkhaus auf der Hauptstraße (erbaut anno 1700)







 


 ehemaliges Gasthaus - Bahnhofswirtschaft
 " Kröger"
frisch renoviert und im Charakter erhalten geblieben.
 Zum Glück ist  der Fachwerkgiebel und die Sandsteineinfassungen der Fenster (wenn auch farblich etwas verfälscht) erhalten geblieben.


Gronau - Kirchstrasse 4
hier etwa stand in historischer Zeit das "Gemeinde-Hirten-Haus"

Das ist der "Gronauer - Stil" der Häuser, wie sie etwa um 1900 gebaut und gestaltet waren.
Typisch hier, die gelb "verklinkerte" Fassade zur Straße hin, ebenso die Stirnwand aus rauhen, gelblichgrauen Backsteinen, vermutlich "Feldbrand" sowie die Fenster- und Türeinfassungen und Gesimse in rotem Sandstein.


Ortstypisch - Ortsbildprägend
Alte Friedhofsmauer aus den für Gronau typischen gelblichen Sandsteinen
- Bitte unbedingt erhalten, leider ist der vordere Teil (bei der Feuerwehr) schon abgerissen.


Gronauer Hofgut
 Laut Landesamt für Denkmalpflege Hessen: "Unmittelbar westlich der Mündung der Nidder in die Nidda gelegen; urkundlich 1332 erstmals erwähnt, im Zeitraum von 1427 bis 1638 war der Hof im Besitz des Klosters Ilbenstadt, 1691 bis 1806 in dem der Grafschaft Hanau; nach mehreren Besitzerwechseln im 19. Jahrhundert wurde er 1928 Staatsdomäne. 1931 soll das heutige Wohnhaus entstanden sein, das sich mit seinem hohen Walmdach der Gestalt seines Vorgängerbaus annäherte. Im Osten eines länglichen Hofes dominiert es durch sein Volumen dessen Erscheinungsbild. Das Bauensemble wird von niedrigeren Wirtschaftsgebäuden auf den übrigen Seiten des Hofes vervollständigt.

Siehe hierzu auch die Seite  "Gronauer Hof"


Sehr, sehr schön geworden !

Das Innere der Gronauer Kirche -
bäuerliches Barock -
 ein Kleinod

 
Die Gronauer Orgel aus dem Jahre  1777 
von Jakob Sier für 500 Gulden an die Gemeinde geliefert.

liebevoll restauriert



 
Denkmal vor Denkmal neben Denkmal

Das Gronauer Kriegerdenkmal neben der Kirche vor dem Haus Kirchstraße 2
Auf einem Steinsockel kniet ein nackter Mann mit Schwert und Schild. Auf dem Schild befindet sich ein Abbild der Medusa.
Inschrift auf dem Sockel: TREUE UM TREUE
DIE GEMEINDE GRONAU TRAUERT UM DIE GEFALLENEN VERSTORBENEN UND VERMISSTEN DES KRIEGES 1939-1945

Weiterhin die Namen der zehn Gefallenen des 1. Weltkrieges sowie zweiunddreißig Namen der Gefallen und Vermissten des 2. Weltkrieges



Fotos: Rainer Hoch 2011

Altes Fachwerkhaus - Gronau -Kirchstraße 10

Aus Liste der Kulturdenkmäler  Hessen, Zitat:
"Zweigeschossiges Fachwerkwohngebäude, Teil einer ehemals winkelförmigen Hofanlage; der Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Bau zeigt ein rein konstruktives Fachwerkgefüge. Von den drei den Hofzugang bildenden steinernen Pfosten der westliche mit der Datierung 1763 - vermutlich auch die Bauzeit des Wohnhauses -, der mittlere mit den Initialen H L E."


Der alte Kirchhof mit Blick zur Hauptstraße

Auf dem Dach der Scheuer von Böckel`s Hof war lange Jahre ein Storchennest.


Weide an der Straße nach Rendel ,  Bilder von Christa Heinrich aus dem Jahr  2011


 "Niddergemünden mit Federvieh" im August 2011


Nidderaue im April 2011


Rechts:  Der Feldberg vom Gronauer Hof aus gesehen